Die European Smalltalk User’s Group ist Mentoring Organization für Googles Summer Of Code 2013


Auch dieses Jahr hat Google die ESUG (European Smalltalk User’s Group) als Mentoring Organization für die Teilnahme am Summer Of Code ausgewählt. Das sind für die Smalltalk-Welt sehr gute Nachrichten.

Was ist der Google Summer Of Code?

Die Kurzform: Google bezahlt einen oder mehrere Studenten dafür, dass sie diesen Sommer an einem open source – Projekt zusammen mit einer Mentoring Organization arbeitet. Mitmachen können alle Studenten einer Bildungseinrichtung wie z.B. Universitäten, Fachhochschulen, duale Hochschulen etc. Jeder (zugelassene) Student, der zum Abschluss des Summer Of Code seine Ziele erreicht, erhält von Google ein Stipendium in Höhe von 4500 US Dollar. Ja, richtig gelesen: eine schöne Summe fürs Programmieren an einem open source – Projekt.

Die Mentoring Organization, also in diesem Fall die ESUG bekommt von Google für jeden betreuten Studenten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 500 USD. Auch das ein sehr willkommener Beitrag für eine Organisation, die open source – Projekte durchführt.

Die Langform und wirklich alle wichtigen Informationen finden sich auf der Homepage des Google Summer Of Code 2013. Dort findet sich auch eine sehr umfangreiche Sammlung von FAQs.

Wie kann man mitmachen?

Es gibt die Möglichkeit, als Mentor für ein Projekt mitzuhelfen. Für Studenten heisst es nun, sich bis 22. April schlau zu machen, was für Projektideen die ESUG vorgeschlagen hat, und woran man Spass hätte, mit zu arbeiten. Die Projektideen der ESUG finden sich hier. Als Teilnehmer wendet man sich zunächst an die Mentoring Organization, die dann anhand der (noch nicht festgelegten) Anzahl gesponserter Projekte die Studenten auswählt. Die Bewerbungsfrist für Studenten endet am 3. Mai.

Warum sollte man sich ausgerechnet für ein Smalltalk-Projekt im Google Summer Of Code interessieren?

Es gibt einige gute Gründe:

  1. Smalltalk ist die Mutter der OO-Sprachen. So ziemlich alle Konzepte rund um die objektorientierte Programmierung haben ihren Ursprung in Smalltalk. Selbst wenn man nicht vorhat, später in Smalltalk zu arbeiten, lernt man hier eine ganze Menge über gutes Design. Smalltalk ist wie Latein: Spanisch, Französisch und andere Sprachen lassen sich mit fundiertem Latein leichter erlernen.
  2. Im Smalltalk-Umfeld passiert sehr viel mehr, als man vielleicht denkt. Gerade in Europa: Pharo Smalltalk zum Beispiel ist ein Projekt, das hauptsächlich in Frankreich, der Schweiz und Deutschland von zahlreichen Leuten unterstützt wird. Daneben ist Smalltalk auch stark in Südamerika vertreten (wie wäre es mit einem Job in Buenos Aires???).
  3. Smalltalk macht enormen Spass. Die sehr dynamische Umgebung ist sehr motivierend, weil man nicht toten Quelltext pflegt, sondern sich stets direkt im lauffähigen Objektsystem aufhält. Man muss es ausprobiert haben, um das zu verstehen…
  4. Die Smalltalk-Gemeinde, vor allem im open-source-Umfeld, ist seit Jahren am Wachsen. Auch, wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als wenn Smalltalk seine beste Zeit gehabt hätte, macht Smalltalk sich seinen Weg langsam aber sicher zurück in den Markt. Ähnlich wie es Ruby, PHP und andere Technologien vorgemacht haben, bewegt sich Smalltalk nicht mehr, wie das in den neunziger Jahren noch üblich war, durch große Strategie-Entscheidungen in Organisationen hinein, sondern durch Projekte einzelner, die einfach eine Lösung für existierende Probleme implementieren. So setzen aktuell Unternehmen Smalltalk ein, in denen “das Management” gar nichts davon weiss, und leistet gute Dienste.
  5. Die ESUG hat einige Erfahrung mit der Betreuung von Studenten im Rahmen des GSoC. 2013 wird das sechste Jahr sein, in dem die ESUG teilnimmt. Einige der Mentoren, die bisher Projekte vorgeschlagen haben, sind schon mehrfach dabei gewesen und haben mit ihren Studenten wertvolle Tools und Frameworks in die Smalltalk-Welt eingebracht. Manche Mentoren für 2013 waren selbst in vorangegangenen GSoC’s als Student dabei. Einen Überblick dazu kann man sich hier verschaffen.
  6. Die Smalltalk-Welt ist überschaubar: Wir sind eine relativ kleine Familie (verglichen mit Communities wie JavaScript oder PHP), in der man mit einem einzelnen Projekt durchaus etwas bewegen kann, und nicht eines von vielen Projekten ist, das vielleicht niemals Beachtung finden wird. Es kann also durchaus sehr befriedigend sein, hier mit zu arbeiten. Und vielleicht gibt es dann auch noch ein kleines Stückchen Ruhm zu erlangen😉

Also: Gründe gibt es genug, und wir freuen uns über jeden, der Mitmachen möchte. Es gibt viel zu tun und hohe Ziele zu erreichen, aber vor allem viel zu lernen und dabei eine Menge Spass zu haben!

Informier Dich hier! 

 

3 thoughts on “Die European Smalltalk User’s Group ist Mentoring Organization für Googles Summer Of Code 2013

  1. Die sehr dynamische Umgebung ist sehr motivierend… haha, wie witzig.
    Es gibt kein unübersichtlicheres und schlechter designtes Framework als das von Smalltalk.

    1. Hallo,

      da wäre ich aber nun doch mal neugierig, an was sich diese Aussage so festmachen lässt.
      Vermutlich meinen Sie aber nicht “DAS Framework von Smalltalk” (das gibt es nämlich nicht), sondern die IDE.

      Immerhin werden Smalltalk-IDEs seit rund dreissig Jahren immer und immer wieder kopiert. Das prominenteste Beispiel hier ist sicher Eclipse. Leider ist Java nicht statisch getypt, und so muss für alles dynamische eben ein Konglomerat aus Konventionen und XML-Dateien her. Ob das übersichtlicher und besser designt ist, würde ich ein Stück weit für diskutabel halten.
      Welches Framework meinen Sie konkret? MVC? Stimmt, ist schlecht designt und heutzutage eigentlich nicht mehr up-to-date. Allerdings hat das fast niemanden in den letzten 25 Jahren davon abgehalten, es in alle mögliche Sprachen zu portieren. Selbst im Web versucht man in diversen Projekten, MVC in das Gestell aus JavaScript, Ajax und Konsorten zu pressen…

      Es wäre sehr interessant zu erfahren, wo genau Ihre Kritikpunkte an Smalltalk liegen. Bis dahin ist Ihr Kommentar nicht wirklich besonders ernst zu nehmen.

      Trotzdem Danke fürs Lesen, und vielleicht auch für ein paar erhellende Zusatzinfos zu Ihrem Kommentar.

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