Erste Eindrücke nach der Verjüngungskur


Nun also ist mein MB Pro 4,1 (early 2008) seit ein paar Tagen mit einer Samsung SSD  ausgerüstet (Dieses Blog berichtete) und die Re-Installation sowie Einrichtung meiner kuscheligen Arbeitsumgebung schreitet voran. Man sieht ab und an mal, dass es mit der Intuitivität (heisst das so???) beim Mac OS nicht immer allzu weit her ist.

  • Wer dachte, Ctrl-Alt-Del sei eine völlig hirnverbrannte Tastenkombination, und wer das erfunden habe, solle dereinst die Strafe dafür zahlen, der führe sich mal die folgende Tastenkombination zum Zurücksetzen des NVRAM des Macs zu Gemüte: Befehlstaste-Wahltaste-P-R. Wohlgemerkt, zu diesen 4 Tasten sollte man gleichzeitig noch den Einschalttaster drücken, denn die Wahrscheinlichkeit, dass man diese 4 Tasten nach dem Drücken derselben findet, ist sehr gering. Der reset des NVRAM ist ansonsten völlig problemlos verlaufen, nach dem zweiten Piepsen hat das Ding einfach neu gestartet und recht fix von der richtigen Platte gebootet. Zuvor hatte das Gerät zwar auch nur eine, aber es musste beim Einschalten eine Weile darüber meditieren, ob vielleicht irgendwelche Sphären ein zusätzliches Bootmedium bereithalten, oder ob vielleicht ein weitere Sekündchen asketischen Ommmens neue Erkenntnis bringen möge. Der Verlust einer Festplatte, an die man sich 5 Jahre lang gewöhnt hatte, wiegt eben schwer und desorientiert schon mal ein bisschen.
  • Passend zur vorösterlichen Stimmung hat sich Apple vorausschauend ein lustiges Spielchen dafür überlegt, wo man bestimmte Einstellungen ablegen könnte, damit der Nutzer auch wirklich Freude an deren Auffinden hat. So muss das Bewegen eines Fensters durch doppeltes Anklicken und sofortiges Ziehen  nicht etwa bei den Einstellungen des Trackpads aktiviert werden, sondern ist natürlich eine Bedienungshilfe. Denn schliesslich ist das was ganz anderes, als wenn man mit dem Daumen und drei Fingern den Desktop in den Vordergrund holt. Das gehört nämlich ganz sicher zu den Trackpad-Einstellungen, ist doch klar, oder? Aber positiv sei hier zu vermerken, dass selbst mein 5 Jahre altes Touchpad mit Taster schon für derart waghalsige Tatschgesten geeignet ist. Verrückt, was sich Apple da übrigens alles für die Fitness der Fingermuskulatur so alles ausgedacht hat. Man kann wohl einen ganzen Tag mit der Übung von Gesten verbringen. Mein Schreibmaschinenkurs anno 1998 war ein Dreck dagegen😉
  • Es gibt da noch so ein paar Anekdoten, aber es würde langweilig…

War es ein Erfolg, das Aufrüsten? Das ist sicher die Frage, die den geneigten Leser  so weit getrieben hat, hier noch immer zu lesen. Die kurze Antwort: Aber Hallo!

Die Startzeiten werden gerne als Referenzwert hergenommen, um zu beweisen, wie toll schnell der Rechner nun ist. Nun hat dessen Praxisrelevanz einen überschaubaren Umfang. Nur, weil meine SSD darin nun schneller ist, boote ich den Rechner freiwillig nicht ein einiziges mal mehr am Tage… Genau hier übrigens fand ich den Effekt nicht besonders aufregend. Bis der Kaffee geholt war, war auch früher schon alles so weit😉

Das wirkliche Boah! war eigentlich erst beim Start von VMWare, LibreOffice, Illustrator  oder Coda zu spüren. Und das ist schon sehr gut spürbar. Erst mit einer SSD merkt man so richtig, das CPU-Power beileibe nicht alles ist. Mein Laptop kann so sicher noch zwei, drei Jahre seinen Dienst tun, ohne, dass ich ständig neidisch auf schicke Unibody-Macs mit verklebtem Akku, patentierten Schrauben ohne jegliche Unebenheiten, Kohlefaserversenkte Speicherbänke und so weiter schielen muss. Das gute Gefühl, ein solides Stück Hardware noch eine Weile länger zu nutzen, und nur eine Festplatte dem Ökosystem zuzumuten anstatt ein komplettes, ansonsten funktionstüchtigen Laptops, kann ich nun erhobenen Hauptes geniessen und dennoch meine Arbeit verrichten. Das Budget freut sich auch, denn diese Umrüstung hat unter 10% eines neuen Laptops gekostet.

Zum Abschluss dieses ja eigentlich langweiligen Themas noch ein paar Praxistipps:

Eine vielleicht sehr wichtige Info, die ich eher durch Zufall gefunden habe: Samsung bietet ein Tool zum Update der Firmware der 840er SSDs für den Mac an. Im Web findet man fast nur (veraltete) Forumsdiskussionen, in denen genau das bemängelt wird: Dass nämlich ein Firmware-Update nur durch Ausbau der Platte und Anschluss an einen PC möglich sei. Dem ist nicht so, es gibt ein Tool namens “Samsung SSD Firmware Updates for Mac Users“. Dieses Tool arbeitet genau so, wie im zugehörigen manual beschrieben, allerdings war meine Platte bereits auf dem neuesten Stand, also kann ich nicht sagen, ob ein FW-Update funktioniert. Da die Platte läuft und gute Dienste zu tun scheint, ist das aber auch in Ordnung, ich werde vermutlich nie ein weiteres Firmware-Update durchführen, wenn nicht irgendwas schlimmes passiert.

Der Trim Enabler ist ein Tool, das eigentlich eine Frechheit ist. Halt, nicht falsch verstehen: das Tool ist genial. Genial einfach und genial wichtig. Aber es ist eine Frechheit von Apple, das Anschalten von TRIM für fremd-Platten einfach nicht selbst anzubieten. Umso mehr ist es angebracht, dem Entwickler des Trim Enablers eine Freude zu machen, und den Donate-Button auf seiner Seite zu klicken. Das Ding ist super simpel zu bedienen (Schieber von Off auf On und den Rechner neu starten) und tut seinen Dienst absolut problemlos (Über diesen Mac berichtet, TRIM sei aktiviert).  Das mit der Spende hat allerdings einen Haken: die verlinkte Paypal-Seite zum Spenden ist auf finnisch, und ich hatte bisher keine Ahnung, dass “Deutschland” auf finnisch “Tyskland” heisst. Ich hätte aber eine Nachbarin fragen können, wenn ich es nicht erraten hätte…