Amazon Kindle: Hände weg von Fachbüchern


[Update / Richtigstellung: inzwischen habe ich vom Amazon-Kundenservice die Auskunft erhalten, dass kindle ein Angebot ausschliesslich für Privatkunden ist, und dass man sich dennoch mit einer Mail an die Adresse kindle-mehrwertsteuer@amazon.de eine korrekte Rechnung ausstellen lassen kann, die dann allerdings nicht auf eine Firmenadresse, sondern explizit nur auf eine Privatadresse ausgestellt werden kann. Diese soll mir in den nächsten Tagen per Post zugehen. Ob das dann als Nachweis einer betrieblichen Veranlassung anerkannt wird, werde ich spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung feststellen. Was der ganze Zirkus soll, ist mir dennoch ein Rätsel. Gerade bei Fachliteratur ist doch ein vernünftiger Kaufnachweis essentiell. Sei es für Studenten, Arbeitnehmer, Freiberufler oder Firmen…]

Eigentlich bin ich ja ein wirklich zufriedener und überzeugter Amazon-Kunde. In der Logistik und Auftragsabwicklung hat dieses Gemischtwaren-Handelsunternehmen absolute Standards gesetzt, die jahrelang unerreicht waren. Zum Glück hat sich das aber geändert, denn es gibt Bereiche, in denen es dringend eines starken Konkurrenten bedarf.
Stein meines Anstosses ist mein erster und vermutlich letzter Kauf eines e-Books für berufliche Zwecke. So sieht es der Anbieter meines Vertrauens nicht als notwendig an, eine anständige Rechnung auszustellen. Im Gegenteil: Am Fusse des Lieferscheins, oder wie auch immer das Ding heissen mag, das man da im Kindle-Kundenbereich herunterladen kann, steht ausdrücklich, dass es sich dabei nicht um eine ordentliche Rechnung. IT Mehrwertsteuer-Ausweis handle. Das wird den Finanzbeamten  meines Vertrauens aber freuen. Nicht nur, dass ich damit keine Vorsteuer nicht geltend machen kann, vermutlich wird die Rechnung insgesamt nicht anerkannt werden, also handelt es sich bei einem e-book aus dem kidle-store chlichtweg nicht um Betriebsuasgaben. Vorsicht ist da natürlich auch für Arbeitnehmer geboten: wenn mein Arbeitgeber die Ausgabe nicht geltend machen kann, kann erst sie mir auch nicht ertatten. Ganz einfach.

Ja, Danke, Amazon, aber NEIN DANKE. Mir ist egal, ob Du in Luxemburg Mehrwertsteuer abführst, und wie viel. Das ist eine Sache, die Du mit Deinem Finanzamt abmachen musst. So wird es nichts mit der Weltherrschaft des kindle-buchs. Da wird es dann doch wieder die Papierversion (besonders viel spart man bei e-books ja sowieso nicht), und andere Eltern haben auch nette Buchläden…

4 thoughts on “Amazon Kindle: Hände weg von Fachbüchern

  1. Das ist mir nicht aufgefallen, danke. Ich lese im Augenblich aber fast nur “privat” und daher ist mir das mit der Rechnng ziemlich egal. Mit dem nicht viel sparen finde ich sieht es anders aus. Ich habe e-books für engliche Bücher schon für nur 1/3 der Kosten der Papierversion gesehen. Ich muß auch sagen ich finde diese e-books gut, speziell wenn man unterwegs ist und man kann locker mehr als ein Buch dabei haben.
    Es gibt aber wohl Alternativen, ich have z.B. auch von Thalias e-books gelesen. vielleicht wäre ja ein e-book interessant was eben bei mehreren Anbietern Bücker kaufen und anzeigen kann.

    1. Hallo Friedrich,

      inzwischen habe ich neue Infos (Marten sei Dank): man kann sich per Supportanfrage eine Rechnung mit MwSt ausstellen lassen. Habe ich gemacht, soll in den nächsten Tagen kommen. Allerdings wird eindeutig darauf hingewiesen, dass kindle sich nur an Privatkunden richtet. Deshalb kann man auch nur auf seine Privatadresse ein kindle-Konto einrichten. Bei buch.de habe ich auch angefragt: dort hiess es, man würde natürlich eine ordentliche Rechnung für alle Einkäufe, auch explizit e-Books – und auch aus dem Ausland -, ausstellen.

      Zu e-books allgemein: Ich habe mich noch nicht daran gewöhnt. Einen Reader nutze ich nicht, sondern aktuell die kindle-App auf Mac, iOS und Android. Allgemein muss ich sagen, dass mir die DRM-Schranken an so einem Werk aktuell noch Angst machen. Mein Buch steht im Regal, ich kann es immer und überall lesen, und keiner kann mir das Recht dazu entziehen oder aufgrund eines Konkurses nicht mehr gewähren… Die Konkurrenz von Thalia, buch.de und konsorten bietet ihre e-Books in EPUB oder PDF an, für beides gibt es für praktisch alle Plattformen passende Reader-Applikationen, allerdings meist nicht dieselbe Applikation für alle Plattformen, ob da dann das synchronisieren von Lesezeichen und letzter Seite so reibungslos klappt, weiss ich nicht, müsste aber mal ausprobiert werden…

      Joachim

      1. Also ich habe den Kindle Reader und kann daran nur wenig aussetzen. Was ich schlecht finde ist die Einordnung in Sammlungen. Alle Bücher werden angezeigt und dann muß man einen Haken setzen. Das ist schwach. Stark ist wirklich der “Bildschirm”, ich wünschte ihn mir etwas größer aber er ist top abzulesen. Der Stromverbraucht hält sich in engen Grenzen, absolut irre ist, man kann sich Bücher tatsächlich auch am anderen Ende der Welt (in diesem Fall NZ) bestellen. Ich lese zwar ebenfalls viel am Bildschirm finde das Lesen auf dem Reader aber weitaus angenehmer.
        Ich kann Dir bei dem Konkurs nicht folgen. Wenn Du das Buch auf deinem Reader hast, wer will es Dir denn dann wegnehmen?
        Da ich recht viel und schnell lese ist für mich eines der Hauptargumente, ich kann wirklich locker mehrere Bücher “mitnehmen”. Das ist speziell auf im Flugzeug eine “feine” Sache. Mit den “normalen” Büchern habe ich das Problem des Platzes. Das wird es wirklich langsam “eng”… Bin daher ganz froh viele Bücher eben nicht mehr in Buchform zu haben.

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