Von Cleveren und nicht ganz so cleveren Preissenkungen


…so begab es sich, dass HP sich mit einer eigentlich wirklich interessanten Preissenkung für das Touchpad einen Platz im Marktanteils-Olymp erkaufen möchte. Es sei der Firma Erfolg gewünscht, denn wer wünscht sich schon eine Welt, in der der Smartphone- und Tablet-Markt nur von Apple und Google beherrscht wird?

Aber eigentlich möchte ich gar nicht über Tablets reden, sondern vielmehr darüber, wie man mit gerade mal 12 Euro 10 brutto mehr Mut vielleicht deutlich mehr Markt erobern könnte.

Genau diese 12 Euro 10 nämlich sind es, die einen potentiellen Käufer im gewerblichen Umfeld vom Kauf eines nagelneuen TouchPad 32GB abhalten könnten.

Ja, genau. Denn würde das Teil anstatt 499,- Euro brutto nur 487,90 Euro brutto kosten, könnte man es direkt als geringwertiges Wirtschaftsgut abschreiben, also voll gewinnmindernd absetzen. Kostet es aber nur einen cent mehr als 410 Euro netto, ist der Kauf auf mehrere Jahre (also bei einem Tablet vermutlich drei Jahre) abzuschreiben.

Leider geht es vielen Firmen so, dass sie diese sehr wichtige Grenze bei ihrer Preisgestaltung offenbar komplett vergessen. Dabei ist es ein wichtiger Unterschied für den Kunden, ob er einen Kauf sofort steuerlich wirksam machen kann, oder die Kosten über mehrere Jahre verteilen muss. Zugegeben, einer Großbank ist dies aus zweierlei Gründen egal: erstens ist die Rabattstaffel für einige tausend Geräte sicher interessant, und zweitens ist der Gerätepreis im Vergleich zu den Support- und Infrastrukturkosten eher verschwindend gering.

In den letzten Jahren ging es mir zumindest häufiger so, dass ich mir dachte, wie ungeschickt es eigentlich ist, den Preis ausgerechnet bei 499,- oder 519,- Euro anzusetzen, wenn man damit doch allen Kleingewerben eine unnötige steuerliche Hürde in den Weg zum Produktkauf stellt. Aber vielleicht denke ich völlig falsch…

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