Schneeleoparden sind lausige Samba-Tänzer


Über die Feiertage war es Zeit, die IcyBox abzulösen und die Daten vom NAS auf den neuen Server zu übertragen. Die Einrichtung von OpenSUSE 11.2 von der c’t-CD war schmerzlos, und auch SAMBA einzurichten, war keine große Sache (allerdings ist das SUSE-Tool YAST für SAMBA eher ein Hindernis als eine Hilfe, die Datei /etc/samba/smb.conf zu editieren funktioniert deutlich besser!). Naja, lange Geschichte in Kurzform: der Linux-Server mit einem RAID1 stand in wenigen Stunden, inklusive SAMBA, Postgres, subversion etc.

Dann aber kam die große Zitterpartie: Die Daten mussten vom alten auf den neuen Server übertragen werden. Eigentlich keine große Sache, sollte man meinen: einfach die Dateien rüberkopieren, und fertig.

Nicht so mit Snow Leopard.

Ich wollte mir das Leben erleichtern, und den Mac und Chronosync benutzen, um ein einfaches Backup vom alten auf den neuen Server zu machen und möglichst keine Probleme mit Packages wie Keynote-Files etc. bekommen.

Leider war das aber nicht erfolgreich: massenhaft Fehler im Protokoll, leere Packages auf dem neuen Laufwerk und sonstige Horrorszenarien. Auch der Finder konnte nur die Ordner der obersten Ebene anlegen, fing dann an, die Dateien im ersten Ordner zu kopieren, und beim ersten Unterordner meldete der Finder, dass der Ornder bereits existiere und die Aktion abgebrochen werden müsse.

Zur Probe mal zunächst auf ein lokales Verzechnis am Mac kopieren funktionierte einwandfrei, sowohl per Finder als auch mit Chronosync. Aber egal, ob die lokale Kopie oder das Original übertragen werden sollte, es trat immer derselbe Fehler auf.

Mein erster Gedanke: meine Samba-Konfiguration am Server ist falsch. Also die dicke Schwarte aus dem Schrank geholt und Optionen gesucht, die verantwortlich sein könnten. Inherit-ACLs vielleicht? Oder force directory mode?

Pustekuchen. Snow Leopard hat einen Bug, der mich ein paar graue Haare und einige Stunden Zeit gekostet hat. Leider habe ich erst von diesem Bug gelesen, als ich ihn selbst gefunden hatte.

Irgendwie kam mir das schon sehr seltsam vor: auf den Mac kopieren ging problemlos, mit dem Finder und Chronosync aber nicht. Interessanter Weise konnten aber die Anwendungen, mit denen die fehlerhaften Packages (also Verzeichnisse, die nicht als solche angezegt werden, etwa Keynote-Präsentationen .key oder iCalamus-Dokumente *-icdk), die Daten problemlos auf dem neuen Server speichern. Leider ist es nicht wirklich erquicklich, einige hundert Präsentationen manuell mit Keynote aufzurufen und auf dem Server abzuspeichern.

Meistens kommen die richtigen Ideen ja unter der Dusche oder direkt vorm Einschlafen. Im letzteren Fall verhindern sie manchmal auch eben selbiges. So war’s in diesem Falle auch. Probier’s doch mal mit nem Mac mit Leopard anstatt Snow Leopard.

Und so kam es, dass die ganze Kopiererei eigentlich in einer knappen Stunde hätte erledigt sein können, wenn Apple nicht einen ziemlich üblen Fehler in seinem neuesten Betriebssystem hätte. Es lief durch wie geölt, keinerlei Probleme oder Fehler, und die Packages lassen sich auch vom neuen Server wieder öffnen und weiterbearbeiten.

Aber wieso sollten Apple-Updates besser sein als alle anderen…?

[UPDATE] Zwar hat Apple das Problem bisher nicht behoben, aber Econ Technologies bietet mit Version 4.05 von Chronosync einen Workaround für das Problem an:

  • Implemented workarounds to numerous “Parameter Errors” some Snow Leopard users encounter when connecting to a server via SMB.