Die Geschichte des VA Smalltalk Forum (2)


Im Jahr 2006 kamen unsere Kunden und zunehmend auch Firmen auf uns zu, mit denen wir bisher nicht gearbeitet hatten, und wollten sich ein Bild davon machen, was das mit diesem Wechsel zu Instantiations nun zu bedeuten hatte. Und fast immer war der Hintergrund der Folgende: man steckte mitten in der Phase eines “Wiederauflebens” im Projekt. Die große Welle der “unternehmensweiten Konsolidierung” war abgeflacht, und es wurde langsam klar, dass es nach wie vor neue Anforderungen zu erfüllen gilt. Die ständige Frage danach, ob denn dieser technologische Weg der richtige sei, oder ob man nicht schnellstens auf die neue Plattform portieren solle, wich einem wesentlich bodenständigerem Ansatz: wenn es keine große Not für Veränderungen gibt, muss nicht unbedingt verändert werden. Einige unserer Kunden hatten bereits Schätzungen gemacht, welche Aufwände zu stemmen wären, um eine Neuimplementierung bestehender Funktionalität zu bewerkstelligen…

Um es also kurz zu machen, hier in Deutschland und in der Schweiz kam immer wieder die Frage auf, wer das denn sei, ob man sich denn auf Instantiations verlassen könne, und wie es denn nun um die Zukunft von VA Smalltalk stehe. Die meisten Kunden hatten bereits seit einigen Jahren keine Wartungsvereinbarung mehr mit IBM und waren bei VisualAge Versionen 5.0 oder 5.5 stehen geblieben. Ein wichtiges Thema war fast immer die Integration mit den um die Projekte herum entstandenen, meist web-basierten Anwendungen. HTTP, XML, Web Services waren die Stichworte, mit denen man sich in den Projekten konfrontiert sah.

Ein wichtiges Thema war also, was die neueren Versionen von VisualAge bzw. VA Smalltalk denn hier zu bieten haben, und wie schwierig der Umstieg auf die neue Version von VA Smalltalk sein würde.  Migrationen auf VA Smalltalk 7 wurden zu einem neuen Spezielgebiet (siehe dazu auch meinen Vortrag vom VA Smalltalk Forum 2007), und wir konnten bei einigen Kunden beweisen, dass zum Einen der Umstieg auf VA Smalltalk 7 recht einfach ist, und sich andererseits der Umstieg wegen der vielen kleinen, aber dennoch hilfreichen Neuerungen durchaus lohnt. So verkauften wir in 2006 und 2007 auch deutlich mehr VA Smalltalk-Lizenzen als in den Jahren zuvor, und fast nur an Kunden, die schon 4 oder 5 Jahre keine Wartung mehr gehabt hatten.

Instantiations, selbst ein wenig überrascht von diesem Erfolg, hatte inzwischen mit Nicholas Gilman einen International Sales Manager, der sich voll und ganz dem ausser-US-amerikanischen Markt widmen sollte. Als ich ihm den Vorschlag unterbreitete, die Kunden hier in Europa zu einer Veranstaltung zu versammeln, in der sie zum Einen Instantiations kennen lernen können, zum anderen aber vor allem auch sehen können, dass sie nicht die letzten ihrer Art sind, kam zunächst ein eher verhaltenes Echo. Noch war er zu neu in der Firma, und noch war der Fokus seiner Aktivitäten in erster Linie die Java-Produktlinie von Instantiations, die übrigens sehr erfolgreich ist.

Erst Ende 2006 war die Idee bei Instantiations offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen. Er hat es nie ausgesprochen, aber ich denke, Nick musste die Idee erstmal in sein Unternehmen “hineinmassieren”. Eines Tages, als ich meine Idee wieder einmal auf den Tisch brachte, war es soweit: “Why don’t we just do that, sounds like a great way to get in touch with our customers abroad!”. Die Idee des VA Smalltalk Forums sollte nun also Realität werden.