Seaside auf der OSCON

Auf der OSCON-Konferenz in Portland gab Randal Schwartz gestern ein Seaside-Tutorial, das sich vor allem an Nicht-Smalltalker richtete.  David Mertz fasst seine Eindrücke zu Seaside auf seinem IBM developerWorks Blog zusammen:

Seaside gives you far more capability of poking inside the running sessions, and even greater dynamism in seeing your code changes reflected on web pages. As a development feedback process, this is great. You can build your applications in baby steps, seeing the changes and improvements at each one, and getting immediate notification and feedback on bugs and glitches.

Seaside rocks!

Smalltalk – gibt’s das noch?

Viele Entwickler, die in den neunzigern Kontakt zu Smalltalk hatten, und sich heute mit anderen Themen beschäftigen, reagieren gleich auf das Thema: “Smalltalk – war ne tolle Sache, hat echt Spass gemacht – gibts das denn noch?”

Die Antwort ist: JA, und es tut sich auch einiges sehr Interessantes. Viele der alten Projekte gibt es noch, und sie binden zunehmend neue Technologien in die bestehenden Systeme ein. Open Source-Projekte wie Squeak und Seaside animieren zunehmend auch Neulinge, sich Smalltalk mal näher anzusehen. So wie Dennis Blöte interessieren sich vor allem aus dem Bereich der Webentwicklung und dem universitären Bereich neue Leute für Smalltalk.

Ich hab seit einiger Zeit das Gefühl, nicht mehr richtig weiter zu kommen, was das Programmieren und Lernen angeht. Seit knapp zwei Jahren arbeite ich jetzt mit Ruby und Rails was auch Spaß macht, aber irgendwann erreicht man einen Punkt, an dem nicht mehr viel neues kommt.[…]
Für mich kommt diese Gelegenheit grade mit Smalltalk. Bei neuland arbeiten wir aktuell an einem Projekt, das so klein ist, dass wir es uns zum Anlass genommen haben, mal etwas anderes auszuprobieren. Die Wahl fiel auf Seaside […]

Wächst da eine ganz neue Generation von Smalltalkern heran?

Dennis’ Artikel gibt ein paar gute Tipps, wie man sich mit einem Download von Squeak und gutem Einsteigermaterial schnell in Smalltalk einarbeiten kann. Ich hoffe, wir werden in den nächsten Wochen mehr von seinen Eindrücken und Erfahrungen zu lesen bekommen.

Für interessierte Neulinge ein sehr lesenswerter Artikel…

Ted Leung über dynamisch getypte Sprachen

Ein paar Interessante Zitate zum Thema dynamisch getypte Sprachen fand ich zuletzt in Ted Leung’s Post “IDE’s and Dynamic Languages“, der sich auf jeden Fall zur vollständigen Lektüre eignet – auch die Kommentare…

Im wesentlichen führt Ted aus, wie verwundert er darüber ist, dass gerade in der Benutzerschaft der dynamisch getypten Sprachen  wie Python, Groovy oder Ruby eine gewisse Phobie gegen Entwicklungsumgebungen herrscht, und zeigt gleichzeitig auf, dass gerade die Texteditoren, die sich in der Benutzergemeinde als Geheimtipp verbreitet haben, nach und nach zu IDEs werden, und sie sich genau deshalb zunehmender Beliebtheit erfreuen.

Eine Perle ist eine seiner Eröffnungsbemerkungen:

One of the points that I’ve been trying to make since I’ve gotten back in to the languages space is that a lot of what is happening in languages now is unpausing the nuclear winter that Java imposed on the programming language space.

Und das von einem Sun-Mitarbeiter 😉

Ted nennt auch Smalltalk als einen der ausgereiftetsten Vertreter der dynamisch getypten Programmiersprachen:

If you haven’t been following this space for a while, you’d believe that all this dynamic language stuff was invented in the last 5 or 10 years or so. But it wasn’t. Today when you say dynamic languages, people assume that you are talking about Ruby, Python, Groovy, Javascript, PHP, or Perl, with a number of other languages also entering the mix. The truth is that the intellectual forbears of these languages, Lisp and Smalltalk, were invented about 30 years ago or so.

Und führt dann aus, dass diese Sprachen schon vor einiger Zeit mit umfangreichen IDEs daherkamen und viele der Dinge, die die Entwicklung besonders effektiv machen, ihre Wurzeln hier haben: Refactoring oder Live-Debugging.

In der Tat ist es sicher kein Fehler, sich einmal eine aktuelle Smalltalk-Entwicklungsumgebung herunterzuladen und auszuprobieren, um die Vorteile einer IDE gegenüber selbst einem exzellenten Texteditor kennenzulernen. Vor allem beim Live-Debugging erweist sich sehr schnell, dass Sprachen wie Smalltalk selbst einem Eclipse noch einiges voraus hat – und das schon seit einiger Zeit…

Kein Bild, kein Ton … was soll das denn?

Auf dem Instantiations-Forum wurde die Frage gestellt, ob wir denn vielleicht einen Audio- oder Video-Podcast der Veranstaltung am 23. September erstellen und zum Download anbieten können. Schliesslich kann nicht jeder, den es interessiert, da hin kommen.

Leider ist die Antwort recht klar: das können wir nicht leisten, und ich persönlich möchte auch nicht.Das Problem ist weniger, einen Audio-Mitschnitt zu erstellen, als vielmehr, diesen in vernünftiger Qualität nachzubearbeiten und bereitzustellen. Ich selbst höre regelmässig James Robertsons Podcast “Industry Misinterpretations” und finde ihn eine tolle Sache. Und irgendwie würde ich sowas auch gerne machen, vielleicht einen deutschsprachigen Podcast zu Smalltalk, Seaside und Co.

Allerdings macht James das inzwischen hauptberuflich und Vollzeit, und nutzt dazu sehr gutes Equipment, das mir nicht zur Verfügung steht. Und selbst hier muss ich sagen, dass die Audio-Live-Mitschnitte, z.B. von der SPA-Konferenz, der OOP oder der Smalltalk Solutions teilweise so schlecht zu hören und zu verstehen sind, dass sie eigentlich wertlos sind, zumal für nicht-Englisch-sprechende Zuhörer.

Da ich auf dem Gebiet bisher keine Erfahrung habe, und bis September auch keine Zeit habe, um mich ins Podcasten einzuarbeiten, ist es die Zeit und Mühe nicht wert, um dann womöglich ein dürftiges Ergebnis zu bieten. Und die Kommentare dazu wären sicher auch nicht dankbarer, als die Beiträge auf dem Forum.

Das wichtigste aber: für alle, die es nicht zum VA Smalltalk Forum Europe 2008 schaffen, wird es die Foliensätze zum Download geben, und zwar auf der website der objektfabrik . Ausserdem gab es letztes Jahr ein paar Besucher, die gebloggt, Photos vom Event geschossen und im Web veröffentlicht haben (guckst Du hier) .

Ich würde mich sehr freuen, wenn auch dieses Jahr wieder Blogposts und Bilder zum VA Smalltalk Forum auftauchen.