Apple App Stores und die Mehrwertsteuer

Das ist ja mal sehr interessant: da kauft man sich über den Mac App Store oder auch den App Store für iPhone/iPad eine Applikation für den gewerblichen Einsatz und bekommt eine Rechnung per Mail zugestellt, auf der dann ausdrücklich steht:

Dies ist keine Mehrwertsteuerbenachrichtigung.

Aha.

Ein bisschen auf dem Web gesurft, stellt sich heraus, dass Apple problemlos per Support-Anfrage eine entsprechende neue Mail erstellt und darin die (Luxemburgische) Mehrwertsteuer mit 15% ausweist. Habe es selbst probiert, und selbst am heutigen Sonntag hat das keine halbe Stunde gedauert. Dafür auf jeden Fall sei Apple großer Respekt gezollt.

Und doch hinterlässt das ganze einen etwas bitteren Beigeschmack

Zunächst mal fragt man sich, wieso Apple das nicht gleich direkt tut. Es gibt sicherlich einige Leute in Europa, die Mac oder iPhone-Anwendungen geschäftlich einsetzen. Bei mir z.B. ist das Coda. Und die brauchen eben eine Rechnung, für die sie Vorsteuer abziehen können. Zumal es sicher Steuerhinterziehung wäre, einfach den Bruttobetrag als Betriebsausgaben zu verbuchen…

Aber noch viel interessanter ist die Frage, was ich bitteschön mitten im zivilisierten Europa mit einer Rechnung mit luxemburgischer Mehrwertsteuer anfangen soll. Seit zwei Jahren, wenn mich nicht alles täuscht, läuft das mit der Mehrwertsteuer zwischen Firmen innerhalb der EU (und meines Wissens sind sowohl Luxemburg als auch die Bundesrepublik in derselben EU) im Rahmen des sog. “Reverse Charge”-Verfahrens völlig anders: man stellt sich keine MwSt in Rechnung, und jeder rechnet dann mit seiner Finanzbehörde ab. Das ist zwar ein verwaltungstechnisches Super-Biest, aber so ist es nun mal.

Gilt denn für Apple in Luxemburg kein EU-Recht? Hmmm.
Und hat sich da noch nie einer beschwert?

Smalltalk Inspect Episode 16: Udo Schneider und Smalltalk aus dem Untergrund

Vor lauter Urlaub und anschliessender Aufholjagd mit allem währenddessen liegen Gebliebenen ist mir völlig durch die Lappen gegangen, auf unsere Episode 16 hinzuweisen.

Dabei haben wir ein extrem interessantes Gespräch mit Udo Schneider geführt. Neben diesem, jenem und anderem ging es vor allem auch um ein von ihm gestartetes Projekt für eine Administrationsoberfläche für ein Sicherheits-Appliance. Anstatt irgend jemanden zu fragen, nutzte er einfach Squeak bzw. Pharao und Seaside, um einen Prototypen zu erstellen. Dieser war dann so überzeugend, dass nun eben eine Smalltalk-Anwendung auf dem Gerät läuft.

Wie immer ist diese Episode hörenswert für jeden, der sich immer wieder mal fragt, wie man eigentlich Smalltalk in der eigenen Firma platzieren könnte. Hier gibt’s dazu die passenden Anregungen…